PocoLoco
Dies ist unser Expeditionsmobil, Jahrgang 1994. Somit ist es das jüngste Mitglied der Familie. Seinen doch eher
ungewöhnlichen Namen bekam es anlässlich eines Lagerfeuer-Treffens mit etwas ausgeflippten Leuten in Süd-Texas. PocoLoco ist spanisch und
heisst nicht viel mehr als "ein bisschen irre". Es ist ein Mercedes-Benz UNIMOG U-2450 L/38 mit einigen (nötigen und vielleicht auch ein
paar unnötigen...) Extras.
Für die neugierigen Amerikaner haben wir eine eigene FAQ-Seite (oft gestellte Fragen / frequently asked questions) eingerichtet,
die auch Du Dir selbstverständlich unter "faq" ansehen kannst.
Die Idee
Es begann 1989, auf einer rund 4-wöchigen Reise durch Australien. Wir hatten im roten Zentrum Australiens einen normalen Camper
gemietet. Und mussten nach kurzer Zeit feststellen, dass für entlegenere Gebiete eigentlich ein 4-Rad-getriebenes Fahrzeug unabdingbare
Voraussetzung ist. Wir mieteten uns kurzerhand eines, um ein berühmtes Tal zu besuchen; das Palm Valley, das mit seinen bereits aus
prähistorischer Zeit nachgewiesenen Palmen ein selten besuchtes Kleinod Zentral-Australiens darstellt. Dort begegnete uns das erste Mal ein
4-Rad-getriebenes Mobil, das gross genug war, ein kleines Häuschen mitzunehmen: ein Mannesmann-Mercedes-Off-Road-Bus. Die Idee, sich ein
entsprechendes Häuschen auf Rädern bauen zu lassen, war geboren !
Die Umsetzung
Wir hatten nach rund 3 Jahren Bedenkzeit ganz klare Vorstellungen von unserem fahrenden Häuschen. Diese brachten wir in
Form eines Briefs zu Papier und versandten diesen an alle uns bekannten Hersteller von Expeditionsmobilen - 5 in Europa. Nach kurzer Zeit waren
nur noch zwei davon im Rennen, da die anderen entweder schon nicht mehr existierten oder das Projekt ablehnten, da es ihnen zu umfangreich sei.
Die beiden verbleibenden Hersteller, eine Firma Action Mobil in Österreich und eine Firma Unicat in Deutschland, luden an die Off-Road-Messe
1992 nach Köln ein. Anlässlich dieser Messe hatten wir Gelegenheit, die ausgestellten Fahrzeuge genauer unter die Lupe zu nehmen. Nun ist es ja
bei diesen Fahrzeugen immer so, dass es Einzelanfertigungen sind, die auf die Bedürfnisse der jeweiligen Kunden zugeschnitten sind. Einmal
abgesehen von "Gelsenkirchener Barock"-Einrichtung und speziellen Abstellflächen für Nippes, abgesehen von drapierten Vorhängchen und
geschmackvoll an die Wand gepappte Kochpfannen - was alles nicht so unser Geschmack ist - machte letztendlich das ausgestellte Fahrzeug der
Firma Unicat den stabileren und durchdachteren Eindruck. Obwohl auch der Angebotspreis bedeutend höher war als bei ersterem Anbieter,
entschlossen wir uns, unser Fahrzeug bei der Firma Unicat in Auftrag zu geben. Es sollte eine lange Planungsphase mit vielen Diskussionen
folgen, in dem praktisch jeder Kubikzentimeter unseres Häuschens auf Rädern durchgesprochen wurde. Die Ausführungsphase dauerte noch länger
(etwa 1 1/2 Jahre), sodass wir per Juni 1994 mit dem gerade fertiggestellten Fahrzeug unsere erste Testreise unternehmen konnten.
Die Testreise
Da wir wussten, dass es ein grosser Unterschied ist, ob ein Fahrzeug von der Stange gekauft wird oder eine individuelle
Anfertigung ist, planten wir diesen Schritt ganz bewusst ein. Jede Funktion, jeder Teil des Fahrzeugs sollte auf Herz und Nieren geprüft und
auch unter extremeren Bedingungen getestet werden. Innerhalb Europas ist Island dafür das richtige Pflaster - da gibt es nicht nur
geteerte Strassen, sondern auch Kies, Sand, Schlamm, Wasser, Schnee, Eis und natürlich auch scharfkantige Lava. Wir setzten mit der Fähre von
Dänemark nach Island über und verbrachten rund 2 Monate auf der Insel. Natürlich hatte diese Reise noch einen zweiten Zweck: das Fahrzeug
richtig kennenzulernen und damit umgehen zu lernen. In der Schweiz hatten wir schon die Lastwagen-Fahrprüfung bestanden. Und dennoch - eine
solche Prüfung allein befähigt einen noch nicht, einen Unimog durch dick und dünn zu lenken ! Wir blieben auch prompt am 3. Tag unseres
Island-Aufenthaltes im Schlamm stecken und mussten herausgezogen werden (das kann also auch einem Unimog passieren !). Dann wiederum mussten
wir lernen, dass gefährliche Passagen am besten ganz langsam bewältigt werden und so machten wir Tag für Tag neue Erfahrungen. Und letztendlich
rettete uns das Fahrzeug noch das Leben, als wir durch einen über 2 Meter tiefen, reissenden Gletscherfluss fuhren (oder besser: schwammen) und
nur mit Glück und der richtigen Technik unter dem Allerwertesten noch knapp heil davonkamen. Alle Teile am Fahrzeug, die sich im Lauf der Reise
als zu korrigieren herausgestellt hatten, wurden anschliessend in Deutschland noch nachgebessert.
Fragen ?
Falls Du Fragen zu Details des gezeigten Fahrzeugs hast, schreibe uns doch diese und klicke hier !
Wir freuen uns auf Deine Zuschrift und antworten, sobald wir es können !
Bild des Namensspenders

Dies ist das einzig verfügbare Bild des eigentlichen Namensspenders.
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PocoLoco - Das Modell

Ein von unserem Freund Ulli Draenert gefertigtes Modell von PocoLoco im Massstab 1:87 (H0).
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